Länderprofil Frankreich

 

Grundlegende geographische Daten und Statistiken zu Frankreich findet man auf Englisch unter Photius Coutsoukis' Geographic.org.

Prinzipiell ist man in Frankreich gegenüber Ausländern, die in ihr Land exportieren, positiv eingestellt. In Frankreich können Sie Ihre Produkte, abhängig von Qualität und Bedarf natürlich, ohne weiteres absetzen.
Das Konsumverhalten der Franzosen differiert freilich von dem der Deutschen. Beispielsweise wird bei Konsumgütern sehr auf den Neuigkeitswert, Komfort und Sympathie geachtet.

Viele Marktforschungsagenturen sind in dem Fachverband "Syntec" zusammengeschlossen. Bei eigenen Datenerhebungen könnte neben Fachmessen, Banken etc. vor allem das INPI (Institut national de la propriété industrielle) gute Informationen liefern. Auch die Banque de France erstellt regelmäßig Übersichten zur Unternehmensentwicklung in etwa 200 Fertigungsbranchen. Die Invest in France Agency liefert Informationen zur Geschäftsgründung, den Schlüsselindustrien, Geschäftswünschen, Statistiken etc.

Das offizielle Web-Portal des
Ministeriums für Wirtschaft, Finanzen und Industrie MINEFI bietet Informationen über Geschäfte und Investitionen in Frankreich, über die französische Wirtschaft und Industrie sowie über die Förderung von neuen Technologien durch das Ministerium.

Das
INSEE: National Institute of Statistics and Economic Studies (nur in französischer oder englischer Sprache) bietet die wichtigsten Daten über Frankreichs Wirtschaft. Weitere Fakten zu Wirtschaft, Außenhandel und Industrie, eine Datenbank mit ca. 155.000 Firmenanschriften, etc. bietet France.com.



Mit der Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen können sich die Chancen für den Beginn langjähriger Geschäftsbeziehungen erhöhen: In Frankreich macht der Sektor der öffentlichen Ausschreibungen jährlich bis zu 12% des BIP aus und beträgt über 62 Mrd. € pro Jahr.
Als Auftraggeber fungieren drei Kategorien: zentrale Staatsbehörden und öffentliche Einrichtungen, Gebietskörperschaften und ihre öffentlichen Einrichtungen sowie öffentliche Unternehmen. Bedeutende Gesellschaften für öffentliche Ausschreibungen sind: SNCF (Eisenbahn), Air France (Flug), ADP (Flughafen), EdF (Elektrizität), GdF (Gas), UGAP (Einkauf) sowie France Télécom.

Lohnenswert ist sicher auch ein Besuch auf der
Website des französischen Außenhandelsministeriums Marchés extérieurs (nur in französischer Sprache).
Auf der Suche nach französischen Exporteuren sollte man das
Portal Francexport (nur in französischer und englischer Sprache) besuchen. Dort
stellen führende französische Exporteure ihre Produkte und Dienstleistungen vor.

Auch Verbände können ausländischen Unternehmern dabei helfen, Anschluss an Geschäftspartner in Frankreich zu finden.
Der größte und einflussreichste Verband Frankreichs mit rund 1 Mio. Mitglieder ist der zentrale Unternehmerverband
MEDEF, der sowohl die Industrie- als auch die Arbeitgeberinteressen vertritt. Verschiedene Verbände vertreten die Interessen der kleinen und mittleren Unternehmen, z. B. die PME (petites et moyennes entreprises). Die UPA (Union des producteurs agricoles) vertritt viele Kleinbetriebe aus Bauwirtschaft, Handwerk und dem Lebensmittelbereich. Der wichtigste Agrarverband ist die FNSEA (Fédération nationale des syndicats d'exploitants agricoles) mit rund 700.000 Mitgliedern.
Verkehrsmäßig erschlossen und hochtechnisiert, verfügt Frankreich dennoch über die größte landwirtschaftlich genutzte Fläche in Europa. Rund 60% des Staatsgebietes dienen der Agrarproduktion. Den Löwenanteil an der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung bringen jedoch andere wichtige Branchen hervor.
Als Zielland für ausländische Investitionen steht Frankreich weltweit an dritter Stelle hinter den USA und Großbritannien. Diese Investitionen betreffen vor allem die Computerbranche, den Werkzeugmaschinenbau und die Pharmaindustrie.

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Interkulturelle Aspekte sollten trotz der kulturellen Nähe bei Geschäften mit französischen Partnern keineswegs unterschätzt und beispielsweise folgende Tatsache berücksichtigt werden: Viele französische Führungskräfte in der Wirtschaft sind erst nach einer erfolgreichen Laufbahn im öffentlichen Dienst in ein Unternehmen eingetreten. Ihre Einstellungen, Werte und Praktiken aus dieser Zeit bringen sie mit.
Sollten Sie also aso beispielsweise als Führungskraft dort eingesetzt werden oder einen iederlassungsleiter dort hin entsenden sollten dieser vor allem auf folgende Aspekte achten:

Elitedenken: Auftreten und Handeln wie ein Unternehmer,

Handlungskompetenz: für die französische Mitarbeiter "le Patron" sein und die Verantwortung tragen für interne Abläufe (Umsatz, Vertriebsstrategie, Mitarbeiter, Logistik, Finanzen und Controlling etc.) und für rechtlich-vertragliche Aufgaben sowie die Kontakte nach außen pflegen (Banken, Lieferanten, Fiskus usw.).

Interkulturelle Kompetenz: Als Persönlichkeit auftreten, Ziele und Aufgaben klar vorgeben und denoch als Mittler zwischen französischer Tagesrealität und Denkweise des Mutterhauses mit beiden Mentalitäten gut vertraut sein.

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Die offizielle
Internetpräsentation des französischen Außenministeriums France diplomatie bietet neben aktuellen Nachrichten auch einen Überblick über die französische Kultur, Frankreichs Position in der internationalen Politik, Hinweise für Frankreich-Reisende, u.v.a.m. Zur französischen Geschichte informiert (leider nur in englischer Sprache) das Portal H-France, das auch über eine gute Diskussionsliste verfügt.

Kunst und Kultur, Küche, Geschichte, Sprache, Literatur, Bauwerke, Museen, Shopping, Sehenswürdigkeiten, Weine, usw. Dutzende Themen, Kapitel über Paris, 21 Provinzen, Terretorien in Übersee, ehemalige französische Kolonien; dazu Artikel, tägliche Nachrichten, Veranstaltungskalender: Das bietet
Discover France! (leide ebenfalls nur in englischer Sprache). Eine zweisprachige Homepage, die anlässlich des ersten deutsch-französischen Tages am 22. Januar vom Auswärtigen Amt und dem Ministère des Affaires étrangères ins Leben gerufen wurde ist das Deutsch-Französisches-Internetportal. Dort findet man eine Menge interessanter Informationen über die deutsch-französische Zusammenarbeit.

Die Arbeitsbedingungen in Frankreich sind im Übrigen durchaus mit den unseren vergleichbar. Zwar beträgt die Wochenarbeitszeit in Frankreich nur 35 Stunden, aber es dürfen bis zu 130 Überstunden pro Mitarbeiter und Jahr eingeplant werden. Überstunden werden mit einem Zuschlag vergütet und sind mit einer Ruhezeit-Regelung bedacht. Der Arbeitnehmer hat Anspruch auf 25 Tage Urlaub im Jahr, wobei ihm grundsätzlich für jeden Monat Arbeit 2,5 Tage Urlaub zustehen. Die Höchstgrenze für Urlaubstage ist 30 Tage im Jahr. Wie meist im Ausland zählt der Samstag als Urlaubstag mit.



Literaturtipps:

Breuer, Norbert J. (1998): Frankreich für Geschäftsleute. Berlin
Ein sachkundiges und gleichzeitig heiter zu lesendes Buch für kleine und mittelständische Unternehmer, die sich den französischen Markt erschließen wollen. Der in der Nähe der französischen Grenze tätige Unternehmensberater für Exportmarketing und interkulturelles Management nimmt unsere Nachbarn praxisbezogen und mit einem Augenzwinkern unter die Lupe.

Fuchs, Rainer/Schabe, Torsten (1996): Der französische Markt: Wegweiser für deutsche mittelständische Unternehmer. Heidelberg
Ausführliches Buch mit Erläuterungen zur Unternehmensgründung, zum Vertrieb und zu steuerlich-rechtlichen Bedingungen in Frankreich. Ausführlicher Anhang mit Checklisten, einem sehr empfehlenswerten Wörterbuch der Fachbegriffe, Kontaktadressen sowie Auflistungen zu Steuer- und Sozialabgaben.

Klingelhöfer, Jutta (1994): Geschäftspartner Frankreich. Köln
Übersichtlich dargestellt erfahren Sie alles über Geographie, Wirtschaft, Markterschließung, Beschränkungen und Möglichkeiten sowie Aufenthaltsbedingungen in Frankreich. Im Anhang ist eine ausführliche Aufstellung von Kontaktadressen zu finden (Konsulate, Behörden, Messen, Kammern).

Langer, Jörg/Safferling, Katherin (1994): Aktuelles Wirtschaftsrecht in Frankreich. Hg.: Deutsch-Französische Industrie- und Handelskammer. Bielefeld
Ein schmaler Band, der die wichtigsten rechtlichen, steuerlichen und wirtschaftlichen Aspekte für deutsche Investoren, die in Frankreich tätig werden wollen, kurz darstellt.

Langer, Jörg/Viegener, Johannes (199616): Gründung und Führung einer Niederlassung in Frankreich. Hg.: Deutsch-Französische Industrie- und Handelskammer. Bielefeld
Übersichtliches und praxisnahes Werk zur Unternehmensgründung in Frankreich. Es führt den Leser zielgerecht von der Standortauswahl über die Aufenthaltserlaubnis bis hin zur Finanzierung der Niederlassung. Ein ausführlicher Anhang gibt Auskunft über Steuertarife und Sozialabgaben.








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